Erwartungen – Blockade oder Antrieb?
Das ist eines meiner Learnings aus zwei Einsätzen als Golf-Expertin mit dem Schweizer Fernsehen.
Kennst du das Gefühl, wenn dich Erwartungen eher blockieren als beflügeln? Genau das habe ich in den letzten zwei Wochen bei zwei TV-Einsätzen mit dem SRF erlebt: beim European Masters in Crans-Montana und beim Swiss Ladies Open in Holzhäusern.
Crans Montana: Alles läuft gut.
Ich habe mich vor der Kamera wohlgefühlt, konnte Informationen auf den Punkt bringen und Emotionen transportieren. Das viele positive Feedback hat mich riesig gefreut, auch noch in den Tagen danach. Doch mit den Komplimenten stiegen auch die Erwartungen.
Holzhäusern: Erwartungen als Blockade
Beim Swiss Ladies Open in Holzhäusern war ich am ersten Tag plötzlich unzufrieden mit mir selbst. Anstatt mich zu tragen, haben mich die hohen Erwartungen gehemmt.
Fragen kreisten in meinem Kopf:
- Kann ich weiterhin begeistern?
- Habe ich noch etwas Neues zu erzählen – oder ist das Pulver verschossen?
Ich merkte: Es ist wie im Spitzensport. Wer einmal überzeugt hat, bei dem steigen automatisch die Erwartungen – vor allem die eigenen. Und genau das kann blockieren.
Mein Mindset-Shift
Nach dem ersten Tag habe ich reflektiert und bewusst kleine Änderungen vorgenommen. Ich habe mir gesagt: „Es ist gut, so wie es ist.“ Ich habe den Fokus vom Ergebnis weg und hin zum Prozess gelegt. Ich habe mehr Präsenz statt Perfektion zugelassen. Ich habe den Blick auf positive Aktionen gerichtet. Vor allem habe ich den Spaß wieder eingeladen. Und siehe da: Mit der Lockerheit kamen auch die Ideen zurück, und ich habe mich sofort wohler gefühlt.
4 Learnings gegen Erwartungsdruck
Mein Fazit: Erwartungen sind normal. Wenn sie jedoch zu gross werden, helfen kleine Mindset-Shifts, um Leichtigkeit zurückzugewinnen.
- Den Fokus verschieben – weg vom Ergebnis, hin zum Prozess! Wenn wir nur ans Resultat denken – „Muss ich wieder so gut sein wie letztes Mal?“ –, entsteht Druck. Wer den Fokus auf den Prozess legt, also auf das, was er im Moment konkret tun kann, bleibt handlungsfähig und entspannt. Erfolg ergibt sich oft als Nebeneffekt.
- Perfektion durch Präsenz ersetzen: Authentizität wirkt stärker als Fehlerlosigkeit. Viele blockieren sich, weil sie alles perfekt machen wollen. Doch Menschen spüren, ob wir wirklich da sind, ob wir präsent und verbunden sind. Diese Präsenz wirkt oft viel stärker als eine „fehlerfreie“ Performance.
- Führe realistische Selbstgespräche – Es ist gut, wie es ist.
Unsere innere Stimme ist entscheidend. Anstatt sich selbst unter Druck zu setzen („Das reicht nicht, das war nicht gut genug“), hilft es, bewusst realistisch und wohlwollend mit sich zu sprechen. Selbstannahme schafft Gelassenheit. - Freude priorisieren – Kreativität entsteht aus Leichtigkeit.
Kreativität und Inspiration lassen sich nicht erzwingen. Sie entstehen, wenn wir Spaß haben, uns erlauben, locker zu sein, und Dinge mit Freude angehen. Wer Freude priorisiert, bleibt länger motiviert und strahlt das auch aus.
Und jetzt zu dir: Wie gehst du mit Erwartungsdruck um? Was hilft dir, die Leichtigkeit zurückzuholen?
